Als Brösel am 17. März 1950 in Zimmer 2 des großväterlichen „Hotel Stadt Hamburg“ an der Uferpromenade Travemündes in den Alltag der Welt katapultiert wurde, loderte gemäß alter Sitten und Traditionen die Frage der Namensgebung des Erstgeborenen unter den Familienmitgliedern hell auf, auf dass ihr Stammhalter ihren Namen trüge.

Da nun aber niemand übergangen werden sollte, und da man nun einmal dem neuen Erdbewohner einen Namen geben mußte, ohne die Ansprüche der Familienältesten zu ignorieren, entschied man sich, dem Kindlein sämtliche Namen der altehrwürdigen Familienmitglieder zu übertragen.

Und so wurde der Knabe auf den schlichten Namen Rötger Werner Friedrich Wilhelm Feldmann getauft.

Zwei weitere Feldmänner folgten dem ersteren fünf und sechs Jahre später. Nämlich Jochen und Bernhard Andreas Peter Hinrich, wobei letzterer nicht nur der jüngste unter den drei Brüdern war. Gerade dieser sollte in späteren Jahren wesentlichen Einfluß auf die von Brösel ersonnene WERNER-Figur haben, und als Andi bekannt werden. Doch dazu an anderer Stelle mehr.

Brösels Kindheit spielte sich zunächst in Travemünde ab, das mit seiner Strandpromenade, den weißen Yachten und dem Spielcasino für ihn so etwas wie das St. Tropez des Nordens war. Internationales Publikum, mit seinen Cadillacs, Porsche-Cabrios und anderen “fetten Karossen” residierten in Opa Brösels Hotel. Der Stammtisch, bestehend aus Kapitänen, die noch unter Segeln das Kap Horn bezwangen und mit ihrem Seemannsgarn und ihren eigenhändig gebauten Buddelschiffen den Flair der großen weiten Welt in die beschauliche Gaststube des kleinen Hotels an der Travemündung zauberten, verstärkte diesen Eindruck ebenso wie die gewaltigen „Zweischornsteiner”, große Dampfschiffe aus Skandinavien, die täglich am Anleger Unmengen von Autos aus ihren Bugklappen ausspien.
Auch die beiden Bahnhöfe, über die der Ostseekurort verfügte, der
Alles klar…
Arsch klar…
Hauptbahnhof, und der Strandbahnhof, in denen das Leben pulsierte und schwere Dampfloks auf den Gleisen rangierten, prägten sich in Brösels Gedächtnis und erweckten sein technisches Interesse. Über allem lag die Geräuschkulisse der Werften, in denen mächtige Niethämmer Tag für Tag mit lautem Donner die Stahlplatten neuer Schiffe zusammenfügten. Wann immer es möglich war, nutzte der kleine Brösel die Zeit, sich entweder am Wasser, oder an den Bahnhöfen aufzuhalten, und seine Umwelt in sich einzusaugen.

Die Sommer im großelterlichen Domizil an der „Vorderreihe 60” waren mit geschäftlichem Treiben erfüllt. Ein Gewusel aus Einheimischen und Touristen prägten die Szene.
Die Winter hingegen versetzten den gesamten Ort in Dämmerschlaf. Einsam und verlassen dümpelten die Eisschollen vor sich hin, in zäher Eintracht mit den Gezeiten. Der große Speisesaal, die leeren Gästezimmer und verwaiste Veranden waren ein abgefahrener Spielplatz für den kleinen Dreikäsehoch.
Manchmal saß er tagelang am Fenster und hielt mit seinen Malstiften die ein- und auslaufenden Schiffe vom kleinen Kutter bis zum Riesenpott auf den Rückseiten der Speisekarten oder Quittungsblöcken fest. Oder er hantierte mit Schere und Kleber herum, um aus Wilhelmshavener Modellbaubogen Walfänger, Kreuzer oder andere Papierschiffe zu basteln, die später auf den Grund der Trave zu sinken hatten.

Doch die Tage an der schönen Travemündung waren gezählt .

Der große Rötger Feldmann tauschte seine Wasserschutzpolizeiuniform gegen die eines Leutnants der neuen Bundesmarine, und verschleppte seine bereits fünfköpfige Familie nach Flensburg-Mürwik, in eine der frisch hochgezogenen Mietskasernen an der „Osterallee 15”. Dort wohnten Schicksalsgefährten aus allen Ecken der Republik. Das nunmehrige Leben stand in krassem Kontrast gegenüber dem bisherigen, und unsägliches Heimweh nach Travemünde überfiel den armen Brösel. Den Frust über diesen unwillkommenen Ortswechsel, der ihm nicht nur die Sicht auf Meer und Schiffe genommen hatte, sondern ihn auch all seiner Freunde und Spielkameraden beraubte, versuchte er gemeinsam mit seinen Brüdern durch Chrashtests aus Lego-Autos zu kompensieren, für die einige Haustiere wie Hamster und Wellensittiche als Chrashtest-Dummys herhalten mußten. Flensburg schien ihm nichts als Verdruß bieten zu können. Während Vater Feldmann, inzwischen Kommandant eines Minenräumbootes, auf der Ostsee mit seinen Mannen wochenlang nach Minen suchte, fand Mama Feldmann einen Ersatzlebensgefährten: Carsten Carstensen, Beamter beim Straßenbauamt – für den heranwachsenden Brösel ein Langweiler in Person.

Zu allem Übel war es dem jungen Brösel anheim gefallen, sich neben seinem schulischen Werdegang um das Wohl seiner beiden Brüder zu kümmern. Auf diese Weise blieb ihm das kindliche Gemüt auch dann noch erhalten, als seine Altersgenossen bereits den ersten Weiberröcken hinterherstiegen. In dieser Lebenssituation entwickelte Brösel eine Sammelleidenschaft für Wiking-Autos, die schließlich einen Umfang von ca. 200 Modellen erreicht hatte. Vielleicht war es die in Brösel wohnende Trostlosigkeit, die diese Sammelwut in einem inferanlischen Zerstörungsakt, dem sämtliche Autos zum Opfer fielen, beendeten.

1964 zog die neustrukturierte Familie in die Flensburger Innenstadt , genauer gesagt in die Friesische-Straße 41, indas Friesenhaus, das im vierten WERNER-Film von Meister
Röhrich von grundauf „saniert” wird. In eben genau diesem Gebäude waren jene Charaktere anzutreffen, die durch ihre Eigenarten dafür sorgten, dass Brösels Phantasie mit reichlich Stoff genährt wurde, was sich in seinen späteren Comics niederschlug und zu Figuren wie bspw. der immer meckernden und um die Sauberkeit des Treppenhauses besorgten Frau Gloer führte. Die auffälligste Veränderung fürBrösel war die Sprache der Einheimischen, die mit Sätzen wie bspw.: „Wie kann man denn bei ausses Licht und zuesFenster abbe Knöpfe annähen?” bei ihm nur noch Fragezeichen aufblühen ließen. Und als ihn der Sohn des Hausmeisters Söderlund ein „…mich Vadder hat gezøcht, dich Vadder hat gezøcht, mich Vadder isn großer Lüüchner !” ins Trommelfell hämmerte, leuchtete in Brösels innerem Auge nur noch ein Schlagwort auf: AUSLAND!

Nach Abschluß der Volksschule (heute Hauptschule) schleppten die Eltern den Jungen in eine, wie sie damals zunächst meinten, seriöse Lithoanstalt, um ihm dort eine Ausbildung zum Lithografen (Druckvorlagenhersteller, heute Mediengestalter) angedeihen zu lassen.
Dass dieser Betrieb hauptsächlich mit der Herstellung von Beate-Uhse-Katalogen betraut war, wurde ihnen erst klar, als sie ihren Jungen auf seiner Arbeit besuchten und ihn zwischen Unmengen äußerst freizügiger Abbildungen mit Cutter und Fadenzähler über Fotos gebeugt vorfanden, die selbst einem gestandenen Seemann die Schamesröte ins Gesicht getrieben hätte.
Nach Beendigung der Lehre im April 1969 packte Brösel den „Einser” (Führerschein) und stieg somit in die Oberklasse der Zweirad-Welt auf.
Seine Zündapp-Combinette wurde durch eine leistungsstärkere Maschine ersetzt, eine Horex Regina 350.

Brösel entwickelte eine mysteriöse Mensch-Maschine-Symbiose. Wann immer sein Motorrad nicht richtig funktionierte, wurde auch Brösel solange krank, bis sein Untersatz wieder heile war.
Denn das einzige was ihn bewegte, allmorgendlich aus den Federn zu kriechen, war die 10 km Vollgashatz auf Flensburgs neuer Umgehungsstraße, die ihn zu seinem Arbeitsplatz führte. Er hatte seine “Regina” ins Herz geschlossen und widmete den größten Teil seiner Freizeit damit, sie zu modifizieren – technisch wie auch optisch. Sehr zum Missfallen der Ordnungsmacht. Ständig befand er sich im Kampf mit der Polizei, dem TüV und der Zulassungsstelle. Diese drei Behörden waren wie ein rotes Tuch für den jungen Zweiradfetischisten.

Der frische Gesellenbrief war noch nicht richtig getrocknet, als der militärische Arm der Bundesrepublik nach Brösel langte und ihn zur Wehrpflicht heranzog. Im Verlaufe der dortigen Grundausbildung erkrankte Brösel an TBC, weswegen er ausgemustert wurde und von Ende 1969 bis Anfang 1970 eine „Schnarch- u. Pillenkur” im Waldsanatorium „Rüsselkäfer” bei Jesteburg in der Nordheide über sich ergehen lassen mußte.
Der 1971 angetretene Arbeitsplatz bei der Firma Geisel (Flensburg), bei der er als Lithograf beschäftigt war, wurde ihm schon 1972 wieder entzogen. In dieser Zeit karikierte Brösel in kleineren Geschichten seine Mitarbeiter und Vorgesetzten, wobei er denn auch promt von seinem damaligen Chef ertappt wurde, der sich in dem soeben fertiggestellten Comic-Strip wiederzuerkennen glaubte und Brösel kurzer Hand vor die Tür setzte („Mbbl, Phll, Phll! Allez für mein Geld, waz? Zie zind entlassen, zie Zimpel, zie!”)
Das war ernst gemeint. Nach 14 Tagen Tagen konnte Brösel im Büro die Papiere abholen.

Noch mehr Geschichte

Zwischenzeitlich war auch Andi als Heizungsinstallateurlehrling in die Pflicht genommen worden, obwohl er eigentlich Automechaniker oder etwas ähnliches hatte lernen wollen. Immerhin verschaffte ihm seine Lehre bei dem wunderlichen Meister Röhrich nicht nur fundierte Kenntnisse im Gartenumgraben, sondern auch rostige Teile, die eigentlich jeder normale Mensch weggeworfen hätte (O-Ton: „Da liecht´n zölligen Schieber. Tut dasz Not, dasz der hier zo rumoxzidiert? Der iz doch noch gut.”), waren auf des Chefs Geheiß zu polieren. Nachdem aber die Fähigkeiten Andis erkannt wurden, durfte dieser ab dem zweiten Lehrjahr alleine auf den Bau. Vieles von dem, was er in dieser Zeit erlebte, wurde später Gegenstand der Röhrich-Geschichten in den WERNER-Comics.

Zudem hatte Andi damit begonnen, kunstvoll mit Schweißgerät und Metall zu hantieren, und seinem großen Bruder folgend, selbstständige Modifikationen an seinen fahrbarenden Untersätzen vorzunehmen. Das brachte ihn schließlich in die Lage, sich in der Abgeschiedenheit einer Jugendarrestanstalt gründlich und ohne Störungen auf seine bevorstehende Gesellenprüfung vorzubereiten, die er dann auch anstandslos bewältigte.

Der Einfallsreichtum der Brösel-Brüder kannte keine Grenzen, die Schweißerflamme keine Gnade und die Polizei nicht die Beweggründe der Brüder.

In Folge mußte sich Brösel immer wieder mit TüV-Bediensteten und Ordnungshütern herumplagen – und das in Zeiten, in denen man als Motorradfahrer ohnehin besonderen Gängeleien und Repressalien der Staatsdiener ausgesetzt war.

Zugegeben, die Auflösungserscheinungen, die manche Vehikel Brösels an den Tag legten, trugen auch nicht gerade zur Nachsicht einiger gestrenger Beamten, die diesem “Rocker” auflauerten, bei. Die Tatsache, dass Brösels Motorräder gerne ihr Gebiet markierten, indem sie ihm buchstäblich unter dem Hintern zerbröselten und vielerlei Teile während der Fahrt von sich warfen, bescherte Brösel nicht nur einen Berg von Mängelberichten, die an Zahl ausgereicht hätten, eine Turnhalle zu tapezieren, sondern auch den Namen, unter dem er heute weithin bekannt ist, eben BRÖSEL.

Dadurch ging logischerweise ein großer Teil der Arbeitslosenknete für Bußgelder drauf. (Nachzulesen in: „WERNER – ODER WAS?“ in der Episode ”HURRA WIR VERBLÖDEN, FÜR UNS BEZAHLT DER STAAT!”)

Der Staat hats gegeben, der Staat hats genommen.

Man muß sich ab und an dazu herablassen, etwas zu arbeiten.

Brösel hat im Tiefbau mit Wasser in den Gummistiefeln und von eisigem Wind umwehter Nase in schwindelnden Höhen auf Stahlbetonbauten ziemlich alle Akkorde der malochenden Klasse durchlebt – von Gas-Wasser-Scheiße bis zur Elektroinstallation. Millionen von Nagelschellen in den hölzernen Zeltdach-Häusern im Ferienmoloch „Damp 2000” an der Ostsee sind stumme Zeugen.

So gingen die Jahre ins Land. Schöne Jahre. Wichtige Jahre für unseren Brösel. Neben seinen Lieblingsbeschäftigungen Moderattschrauben, in der Sonne liegen und Bier abpumpen, zeichnete er gern Begebenheiten aus seiner Umgebung auf, die ihm mit seinen Kumpels passierten…

…die Erlebnisse auf den Baustellen, der Ärger mit der lieben Polizei, mit seinen speziellen Freunden vom TüV und andere bizarre Vorkommnisse.

Comicgeschichten, die sonst kein Normalsterblicher, der mit seinem schnöden Berufsleben genug um die Ohren hatte, erleben konnte. Während der sechs Jahre seiner glorreichen Arbeitslosigkeit mit spektakulären Malocherpausen, die er anfangs in Flensburg, später in einer WG auf dem Lande in der Nähe von Kiel verbrachte, sammelte sich ein beträchtliches Repertoire von Comic-Geschichten an (siehe „WERNER macht die Grünen blau” und „BLAU AUF´M BAU”, ebenfalls aus dem ersten Comic-Band „WERNER – ODER WAS?”).

In Kiel traf Brösel auf Dietrich Seemann, der die dortige Kneipe „Die ERBSE“ bewirtete und ihm ein Zimmer in der über der Kneipe gelegenen Wohnung anbot. Die Zahlung der Miete hatte Brösel in Form eines Bildes pro Monat, das er mit Wandfarben auf Holz anfertigte, zu entrichten. Diese Art der Mietzahlung war Auslöser, dass aus der „ERBSE” die „Comic-Galerie-Kneipe ERBSE” wurde, in der Brösels Bilder als Dauerausstellung zu sehen waren.

Im “CLUB 68” in der Ringstraße, in der sich zu später Stunde, während andere Kneipen bereits zumachten, die Szene traf, war Brösel ebenfalls stets anzutreffen.

Und natürlich auch Holger Henze (Holgi). Denn dem gehörte ja schließlich die Kneipe. So nach und nach kamen die beiden ins Gespräch. Holgi, der schon immer ein waches Auge für stille Talente hatte und ein großes Herz für die „Ausgestoßenen” der Gesellschaft, nahm sich unseres Brösels an.

Er brachte ihn dazu, endlich mal ein paar Comic-Geschichten zu veröffentlichen. In dem damals sehr renommierten Satiremagazin “PARDON” erschienen dann Brösels “BAKUNINIS” als erste seiner publizierten Comics. Er saß nun regelmäßig in der Galerie vom „CLUB 68” und arbeitete für diese Zeitung. Das brachte Geld und er kam damit ganz gut über die Runden. 1979 kehrte Brösel dem Arbeitsamt den Rücken. Die Arbeit für die „PARDON” brachte ihm anfangs noch viel Spaß. Aber oft erinnerte es ihn an seine Arbeit in seiner alten Firma Geisel: Auftragsarbeit nach Themenvorgabe.

Bis Winfried Bartnick (Winni), Brösels alter Saufkumpan, mit seinem Stadtmagazin ankam und meinte, es wäre doch ganz toll, wenn er für sein „STATION” jeden Monat einen Comic zeichnen würde.

„Da kannsu mal´n, wassu wiss!”

Brösel hatte gut zu tun. „STATION”, „PARDON” und ab und zu kleinere Werbeaufträge. Ganz schön viel für jemanden, der zuvor sechs Jahre lang den Tag´n guten Mann sein ließ.

Juli 1979, astreines Wetter.

Brösel saß am Schreibtisch und brütete über einer “BAKUNINIS”-Folge für die „PARDON”.

Es klingelte.

Vor der Tür stand sein Bruder Andi und Hante Kjer.

„Kommst du mit? Wir wollen nach Süden!”

Brösel schmiß den „Rapi” (Rapidograph=Tuschestift) in die Ecke, schnappte sich eine Wolldecke, den gerade per Post eingetrudelten Scheck von der „PARDON”, und schwang sich hinten bei seinem Bruder aufs Bike.

Zwei Tage später waren sie am Ligurischen Meer und übten Flachköpper.

Als Hante von Brösels zweiten Vornamen erfuhr und unter den dreien für allerlei Spott und Gelächter sorgte, griff er zu seiner Gitarre um sein Lied anzustimmen.

„WERNER kann Flachköpper mäch´n!” tönte es über den Strand. Und da Brösel diese besondere Form des Kopfsprungs als Kurzcomic gerade zu Papier gebracht hatte, betitelte er sein frisches Werk „WERNER macht Flachköpper” – die erste WERNER-Geschichte überhaupt war entstanden!

Als die Reisekasse der drei Vagabunden Ebbe anzeigte, trat die Urlaubsgesellschaft den Heimweg an, einem Berg von Arbeit entgegen.

Die „PARDON“ wartete auf ihre „BAKUNINIS“ und andere Kolumnen. Winni nörgelte wegen der längst überfälligen Comic-Seiten für sein Stadtmagazin und Dietrich Seemann forderte die ausstehende Miete in Form zweier Bilder für seine Comic-Galerie-Kneipe. Der heimgekehrte Künstler fühlte sich erstmals einem immensen Druck ausgesetzt. „Terminarbeit, so eine Scheiße!!!” Vielleicht wurde an dieser Stelle der Spruch „Aabeit zieht Aabeit nach sich!” geprägt, der später in irgend einer seiner gezeichneten Werke auftauchte.

In diesem turbulenten Kuddlmuddl begann Brösel blitzartig zu heiraten. Dieses plötzliche Ereignis löste eine Schockwelle in seinem Kumpanenumfeld aus. Brösel, ihr ewig „arbeitslosender“ Motorrad-Outlaw, der jahrelang in WG´s, Hütten oder unter Sternenzelten residierte, eingefangen von einer jungen dynamischen Bankkauffrau.

Das konnte nicht wahr sein!

War es aber! Alles war in hellem Aufruhr.

Aber die Wogen des Unglaublichen sollten sich bald wieder glätten. Denn es stellte sich heraus, dass die Heirat WERNER-technisch von großem Nutzen war. Uschi sorgte dafür, dass Brösels wirres Leben geordnete Züge annahm…

Mit heroischem Einsatz durchkämpfte sie Halden von Ordnungswidrigkeiten, Mängelberichten, Zahlungsaufforderungen, Bußgeldbescheiden und sonstigem Behördenirrsinn und bewahrte ihn somit vor erneutem Freiheitsverlust. Zum ersten mal in seinem Leben war Brösel in einer Wohnung amtlich erfasst.

Inzwischen schmiedete Winni Bartnick an der Gründung seines Comic-Buch-Verlages. Und da er sehr von Brösels bereits im „STATION” und im „PARDON” partentiell veröffentlichten Comics angetan war, unterbreitete er ihm den Vorschlag, sämtliche vorhandenen Comics zu überarbeiten, um WERNER als zentrales Verbindungsglied einzubinden. Nach der Zustimmung Brösels zu diesem Vorhaben kümmerte sich Winni um das Startkapital seines neuen Verlages, das damals bei ca. 30.000 DM lag.

Während Uschi sich um die Buchhaltung des Verlages und das leibliche Wohl Brösels sorgte, legte dieser selbst los, seine bestehenden Comicstrips auf WERNER zu übertragen und aufzubereiten.

Holgi, der maßgeblich an der Verbindung Brösel/Winni beteiligt war, konnte für sich einen Vertrag aushandeln, der ihm immerhin ein Drittel von Brösels Einnahmen zusicherte.

Nachdem alle verwaltungstechnischen Angelegenheiten geklärt und auch sonst alles organisatorisch für die Drucklegung des ersten WERNER-Buches vorbereitet war, wurde die erste Auflage von „WERNER – oder was?” durch die Druckerpresse gejagt, so dass schließlich 10.000 Exemplare dieses Comics am 15. März 1981 in Winnis Wohnung abgegeben wurden, von der aus der komplette Vertrieb vorgenommen wurde und die Räumlichkeiten als Büro, Lager und Versandhaus zweckentfremdete.

Zahlreiche Buchvertreter, die die ersten WERNER-Bücher im Auftrage von Winnis Semmel-Verlach wie Sauerbier feilboten und einen Buchladen nach dem anderen abklapperten, hatten trotz ihres emsigen Einsatzes nur mäßigen Erfolg. Dies lag wohl eher daran, dass Comics noch vor zwanzig Jahren zur Schundliteratur gehörten und wenig Absatz versprachen.

Eine umfangreiche Werbekampagne kam mangels finanzieller Mittel nicht in Frage. Als reiner Glückstreffer erwies sich hingegen die Idee, anderen Stadtmagazinen das Abdruckrecht einiger Comicstrips aus dem ersten WERNER-Buch als Werbung anzubieten, was eine unerwartet hohe Resonanz zeigte.

Zudem gab es bereits 1.200 ( ! ) Vorbestellungen, was immerhin 12% des Gesamtumfangs der ersten Auflage ausmachte. Auch wenn die großen Medien zunächst nichts von WERNER wissen wollten, breitete sich der Kult immer mehr aus.

Durch „Insider-Tipps”, waren die WERNER-Comics ein begehrenswertes Gut geworden, das immer mehr Menschen haben wollten. Immer öfter trugen sie ihren Wunsch an die Buchhändler heran, so dass diese nicht mehr umhin konnten, den ersten WERNER-Band in ihr Repertoire mit aufzunehmen.

Eine Erfolgsgeschichte nahm ihren Lauf.

In den folgenden Jahren erschienen immer neue WERNER-Bände – mit steigenden Auflagen – und der Kult weitete sich aus.

Schließlich wurde WERNER zum Inbegriff des gutmütigen Anarchorockers, der keinen gesellschaftlichen Regeln Achtung zollt.

Die Geschichten um Meister Röhrich, für die Andis Lehrbetrieb Pate stand, wurden ebenso Kult wie die verrückten Fahrzeuge und Tüfteleien der beiden Feldmannbrüder, die diese wirklich bauten.

Und während Brösel fleißig am Comic zeichnen war, bastelte Andi mindestens ebenso tatkräftig an Autos, Motorrädern und anderen phantastischen Fahrzeugen in den Werkstätten seiner WG in Kius herum, und produzierte so ganz nebenbei Unmengen von beeindruckenden Kunst- u. Gebrauchsobjekten aus Metall(schrott), den er geschickt in Form zu bringen wußte.

Immer verrücktere Geräte verließen die Werkstätten dieses abseits gelegenen Hofes. So z.B. auch der Eisschlitten, der im dritten WERNER-Film „DAS MUß KESSELN” eine Rolle spielt, und mit dem man im Winter, wenn die vor der Tür gelegene Schlei (ein weitläufiger Ostseearm ca. 40 km nördl. von Kiel) zugefroren war, zünftig über die ebenen Eisflächen braten konnte. Aber auch sonst tummelte sich eine muntere Schar in den Räumen der WG. Man wusste sich auf vielerlei Weise die Zeit zu erheitern, während aus dem Keller die Rhythmen der hauseigenen „Fuckin´Kius Band” zu hören waren. Irgendwann stieß auch Kulle Westphal zu dieser Rock-Kapelle und lärmte mit seiner markanten Stimme, die er später dem gutmütigen Röhrich-Gesellen ECKAT in den WERNER-Filmen lieh, die Texte dieser Band ins Mikro.

Kurzum, dieser entlegene Hort von lebenslustigen Individualisten hatte mit dem stillen Landleben so wenig gemein, wie der Papst mit Waffenhandel. Und weil dies so war, konnte man auch Brösel immer öfter hier antreffen.

Er lies auf seiner Harley die Beengtheit Kiels hinter sich und wurde dort mit neuem Stoff für seine WERNER-Comics konfrontiert. Mittlerweile fanden Brösels Geschichten immer größeren Zuspruch, was sich in den steigenden Verkaufszahlen der WERNER-Comics niederschlug.

Wie beispielsweise die legendäre Odyssee der eiligen drei Könige nach Korsika:

erlebt im Sommer 1986, als Geschichte veröffentlicht in „WERNER – NORMAL JA” 1987, verfilmt 2002/2003 im vierten WERNER-Streifen „GEKOTZT WIRD SPÄTER!”

Ein weiteres unvergessenes Ereignis bahnte sich 1983 auf dem Hinterhof des „CLUB 68” an, auf dem Rötger und Holgi je eine Garage angemietet hatten und dort nebeneinander vor sich hinschraubten. Abfällige Bemerkungen über den fahrbaren Untersatz des jeweils anderen trieben die Kontrahenten in einen regelrechten Wettstreit. Brösel, der diesen trotz allem nicht ernst gemeinten Zwist in seinem Comic „WERNER – EISKALT” (Frühjahr 1985) zu Papier brachte, ahnte wohl selbst kaum, was er damit auslöste, als er Holgi im Übereifer versprach, ihn samt seinem 911er Porsche (Bj. 72) mit seiner Horex zu verblasen, selbst wenn er hierfür vier Horex-Motoren zusammenbauen müßte. Es entsprach Holgis Ehrgefühl, diese Herausforderung anzunehmen.

Biografie Seite 8

Und so wurde diese denkwürdige Kampfansage in Form eines Vertrages zwischen den beiden Streithähnen eiligst auf drei aneinandergeklebte Notizzettel, wie sie in deutschen Kneipen üblich waren und immer noch sind, niedergeschrieben.

Dies war der Zeitpunkt, an dem Ölfuß´ und Brösels Wege sich kreuzen mussten. Ölfuß war durch seinen hervorragenden Ruf unter den Schraubern der erste Mann, wenn es um das Modifizieren von Horex-Motoren ging. In schweißtreibender Arbeit entstand nach schier endlosem Niederringen so manch heikler Schwierigkeit eine Legende edelster Erscheinung – der „Red-Porsche-Killer“!

Inzwischen hatte sich der bevorstehende Zweikampf zwischen Holgi und Brösel in der ganzen Republik herumgesprochen und ließ ein reges Interesse erkennen. Die ganze Szene harrte des Rennens, wollte vor Ort miterleben, wer als Sieger das Turnier für sich entscheiden würde. Organisatorisch wurden nun alle Hebel in Bewegung gesetzt, um das bevorstehende Spektakel zu einem unvergeßlichen Erlebnis für alle Beteiligten werden zu lassen.

Unzählige Hürden waren zu überwinden. Die ganze Kiste zog immer weitere Kreise. Irgendwie schien sich keine offizielle Stelle für die Genehmigung des geplanten Events verantwortlich zu fühlen. Und als ca. 40.000 Unterschriften von WERNER-Anhängern dem Schleswig-Holsteiner Landtag vor die Füße geworfen wurde, löste das allenfalls ergebnisloses Drumrumgelaber aus. Hinzu kam, dass es gar nicht so einfach war, eine geeignete Strecke zu finden, die im Sinne der beiden Rennpiloten war.

Nach zahlreichen Absagen und Neuankündigungen, Umdisponierereien und erschöpfenden Vorbereitungen machten sich tausende und abertausende Gesinnungsgenossen auf den Weg, mit dem Ziel, ein kleines verträumtes Örtchen irgendwo in der Pampa Schleswig-Holsteins zu umlagern und der nunmehr konkret bevorstehenden Vertragserfüllung beizuwohnen.

Obwohl man sich mit außerordentlicher Gründlichkeit auf “DAS RENNEN” vorbereitet glaubte, konnte beim besten Willen niemand voraussehen, dass der Besucherandrang derart ausfallen würde, dass die A7 samt Elbtunnel bis zur Ausfahrt Hartenholm (ca. 100 km) in einer einzigen Blech-Lawine ersticken und der komplette Verkehr zum Stillstand kommen würde. Hartenholm selbst versank im Ansturm der Menschenmassen. Für die nächsten drei Tage herrschte in weitem Umkreis der Ausnahmezustand – und doch blieb alles friedlich.

...und noch mehr Geschichte

Nach zwei Tagen Nonstop-Party rollten im Morgengrauen des dritten Tages Holgis 911er Porsche und Brösels „Red-Porsche-Killer” zur Startlinie der Rennbahn. Sekunden nach dem Startschuß war das Rennen gelaufen und Brösel geschlagen; aber das war eigentlich vollkommen egal. Und dass die Katzendreck-Maschine, die den Verlierer des Rennens in einem Berg von Katzenscheiße hätte versinken lassen sollen, sich unkontrollierbar gegen die Besucher richtete, steigerte höchstens noch die Partylaune. Die Frage nach Gewinner oder Verlierer verhallte im allgemeinen Freudentaumel.

„Das Rennen von Hartenholm” endete nach drei Tagen unaufhörlichen Feierns und entließ seine 250.000 Gäste in euphorischem Taumel, eine Wüstenei aus leeren Pappbechern, zertretenem Gras, herrenlos und unbrauchbar gewordenen Zeltresten, ausgebrannten Autowracks, Stehlampen, abgerauchten Sofas und Einheimischen mit der Frage: „Was war denn das?¿” hinterlassend. Doch auch, oder gerade nach dem Rennen blühte der WERNER-Kult.
Weitere Comic-Bände, die zwischenzeitlich vollends die Regale der Buchhändler infiltriert hatten, fanden nun reißenden Absatz. Gemeinsam mit Bernd Eichinger, Herman Weigel (damals Neue Constantin Film/München), Michael Schaack (TFC Trickompany/Hamburg) und Gerd Hahn (Hahn-Film, Berlin), der zwischenzeitlich Brösels Management übernommen hatte und ihn somit von seinen Verpflichtungen Holgi gegenüber entband, wurden 1989 die Parameter für den ersten WERNER-Streifen festgelegt; gerechterweise sei angemerkt, dass die Initiative zu diesem Film vor allem Michael Schaack zuzuschreiben war. „Jetzt oder nie!” – lautete die Devise. Erst nach Anwendung aller Regeln der Überredungskunst gelang es, den hoffnungslos überarbeiteten Brösel für den ersten WERNER-Zeichentrick-Film zu gewinnen. In diesem Zusammenhang entstand durch Michael Schaack ein Ein-Minuten-WERNER-Demo-Film mit dem Titel „WERNER startet”, der mithalf, Brösels Bedenken gegenüber einem Filmprojekt auszuräumen.

Das Entstehen des Films gestaltete sich arbeitsintensiv und verlangte nach einem erlesenen Team fähiger Leute, die voll und ganz von der WERNER-Materie durchdrungen waren. Unter der Regie von Gerd Hahn und Michael Schaack lockte „WERNER – Beinhart!” 1991 als erster der nunmehr vier WERNER-Filme über 5 Mio. Besucher in die deutschen Kinos. Nach einem Rundschreiben an vierzig Brauhäuser konnte Brösel die Gilde-Brauerei aus Hannover dafür gewinnen, pünktlich zum Filmstart BÖLKSTOFF auf den Markt zu bringen. Eigentlich hätte WERNER es besser gefunden, wenn sein „Lebenselexier” in heimschen Kesseln gebraut worden wäre. Aber das sollte sich erst zehn Jahre später erfüllen. Seit 2001 gibt es BÖLKSTOFF aus Flensburch.

Währendessen fiel der Semmel-Verlach dem Expansionssyndrom zum Opfer. Was sollte nun mit WERNER geschehen? Gerd Hahn unterbreitete Brösel verschiedene Vorschläge, an andere Verlage heranzutreten. 1992 überredete Jemand, der im gleichen Gebäude des Semmel-Verlachs eine Druckerei betrieb, Brösel dazu, einen eigenen Verlag zu gründen, der weithin als Achterbahn Verlag bekannt und 1997 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde. Neben immer neueren WERNER-Comics entstanden weitere Druckerzeugnisse, zwei weitere Filme, Merchandising-Artikel und sogar zwei Computer-Spiele, die aus dem Internet downgeloadet werden konnten und zeitweise manche Server überlasteten. Der Kommerz war nun auch in die WERNER-Welt eingedrungen. Die Verkaufszahlen all der vielen WERNER-Artikel, die mittlerweile an jedem Kiosk zu kaufen waren, zeigten aber, dass eine große Nachfrage nach eben solchen bestand. Großformatige Wandkalender, Schüler- und Taschenkalender, Schlüsselanhänger sowie weitere WERNER-Erzeugnisse mußten gestaltet und umgesetzt werden.

Um all diese Projekte zu verwirklichen, wurde im Jahre 2000 das Farz-Comic-Labor ins Leben gerufen. Jörg Reymann, Timo Pries und Volker Nökel legten sich dafür ins Zeug, dass sämtliche Figuren der WERNER-Welt mit dem richtigen Strich gezeichnet wurden. Die Jungs waren mit vollem Elan dabei. Dennoch entwickelte sich das ganze „WERNER-tum” in eine Richtung, die im totalen Gegensatz zu WERNERs Lebensphilosophie stand. Denn bedauerlicherweise kamen irgendwelche Marketingstrategen in den vermeintlichen Führungsetagen auf immer abstrusere Ideen: ein auf einem Einrad strampelnder WERNER auf einem Klopapierabroller!!! Das brachte Brösel an den Rand des Wahnsinns – was hatten diese Leute eigentlich im Kopf, die sich so einen Mist ausdachten?! „Ist WERNER ein Hampelmann oder was – fährt er Fahrrad??? Eher geht er zu Fuß, ihr Affen!!!” platzte es aus Brösel heraus und verhallte ungehört in den Hallen des inzwischen auf 86 Angestellte angewachsenen Irrenhauses.

Da war es wieder – das Expansionsvirus, das seiner Zeit auch schon den Semmel-Verlach zu Fall brachte. Allerlei Schnickschnack wurde unter dem Namen WERNER vermarktet und ausgeschlachtet – nicht immer zu Brösels Wohlgefallen. Brösels völlige Loslösung und Trennung von der nunmehrigen Achterbahn AG im Jahre 2002 war zu diesem Zeitpunkt nur noch Makulatur, der Verlag insolvent und WERNERs Zukunft ungewiß.

In dieser turbulenten Phase entstand unter der Mitwirkung der TFC (Hamburg) und Constantin-Film Verleih GmbH der vierte WERNER-Film „WERNER – gekotzt wird später”, der im Sommer 2003 die deutschen Kinos enterte und sich während seiner Laufzeit hartnäckig auf dem dritten Platz der deutschen Kino-Charts halten konnte. Nach einigen Querelen und Rechtsstreitigkeiten mit seinen ehemaligen Geschäftspartnern, die nicht willens waren, kampflos von WERNER abzulassen, gelang es Brösel und seiner ihm am 18. März 1999 angetrauten Frau Petra (die er im „Club 68” kennen gelernt hatte und mit der er seit 1993 fest liiert ist), sämtliche WERNER-Rechte für sich zu sichern. Seit 2002 arbeitet Brösel mit einem kleinen Stab von Mitarbeitern daran, das „WERNERtum” wieder auf seine ureigenen Fundamente zu stellen und einer neuen Ära entgegenzubringen. Auch hierbei steht ihm Petra, die zwischenzeitlich das Management übernommen hat, mit unermüdlicher Energie zur Seite.

Renommierte Verlagshäuser wie Egmont-Ehapa, in deren Vertrieb der vorläufig jüngste WERNER-Band „Freie Bahn mit Marzipan” seit August 2004 im Buch- und Zeitschriftenhandel erhältlich ist, oder der Heye-Verlag, der mittlerweile die jährlich erscheinenden WERNER-Wandkalender herausbringt, stehen ihm bei seinem Neuaufbau hilfreich zur Seite. Von all dem unberührt wird in der WERNERschen KULTSCHMIEDE nach wie vor herumgedengelt und geschweißt. 2003 rollte das Oldsmobile noch rechtzeitig vom Stapel zur Premiere des vierten WERNER-Films. Zudem konnte Andi jüngst eine überarbeitete Zündapp Combinette wiederbeleben, die durch die Röhrich-Episoden bekannt geworden ist („Tut das Not, dass das Moped zo laut is?”).
Die Reaktivierung und Modifizierung des Red-Porsche-Killers wurde 2004 durch Ölfuß vorgenommen. Ebenfalls im Sommer 2004 ließen Tüftler und Schrauber nach Brösels Ideen die Dolmette Wirklichkeit werden, die von 24 Kettensägenmotoren angetrieben wird.

Dass WERNER nach wie vor seinen festen Platz nicht nur in Deutschlands Comic-Welt hat, bewies nicht zuletzt das große Event „WERNER – DAS RENNEN 2004”, bei dem Brösel sechzehn Jahre nach Hartenholm seine Revanche bekam, die mit ca. 30.000 Besuchern zwar etwas bescheidener als 1988, aber nicht minder spektakulär war. Vor allem die Live-Acts dieser Riesenfete, die diesmal in Brandenburg/Lausitz stattfand, boten für vielerlei Geschmäcker genau das Richtige. Musikgrößen wie Motörhead, In Extremo oder Torfrock, denen Brösel seit Jahren freundschaftlich verbunden ist, sorgten auch mit älteren Künstlern, wie beispielsweise Achim Reichel für die Zufriedenheit der Partygäste. Zusätzlich wetteiferten zahlreiche Dragster-Teams, unter ihnen auch der Europameister 2002 Peter Schöfer mit seiner Crew,um die Gunst des Publikums, ebenso wie bravouröse Stunt-Shows und weitere Attraktionen, wie z.B. Egon Müller und Falte, das fahrende Bölkstofffaß. Ein eigens errichtetes WERNER-Zelt präsentierte die meisten der kultigen WERNER-Eisen nebst einigen skurilen Umbauten seiner Fans. Und das Wetter tat sein übriges, um abermals tausende in Verzückung zu versetzen und mit wärmenden Sonnenstrahlen aufzuladen.

Die Revanche zwischen Brösel und Holgi verlief kurz und schmerzvoll.

Nach drei fehlgeschlagenen Startversuchen (beim Red-Porsche-Killer wurde wieder mal ein falscher Gang eingelegt, weswegen er nicht vom Fleck kam) hatte Holgi keine Lust mehr und Brösel musste sich erneut geschlagen geben. Dass der Red-Porsche-Killer durchaus in der Lage ist, mit einem Affenzahn über den Asphalt zu donnern bewies Ölfuß, indem er dem Publikum noch eine Ehrenrunde mit dem Red-Porsche-Killer darbot. Doch auch die drei Tage auf dem Lausitzer Eurospeedway gingen vorbei und die Resonanz der Besucher zeigte, dass der WERNER-Kult noch immer auf gesunden Füßen steht und die Fans ungeduldig auf Neues aus der WERNER-Welt warten.

Heute, über 35 Jahre nach der „Geburtsstunde” von Deutschlands langnasiger und erfolgreichster Comic-Figur, nach zwölf Comicbüchern, zahlreichen Themenbänden und fünf Filmen dreht sich in Brösels Leben immer noch alles ums Schrauben und Basteln, aber auch und vor allem um WERNER! Fortsetzung folgt….